Kiel (ots) – Die Landespolizei führt im Rahmen der
TISPOPL-Kontrollwoche “Seatbelt” vom 17.09.2018 bis 23.09.2018
verstärkte Verkehrskontrollen durch. Im Fokus der Kontrollen stehen
Verstöße gegen die Gurtpflicht und Verstöße gegen die Nutzung von
elektronischen Geräten, wie zum Beispiel Smartphones. Dabei gibt es
dieses Mal eine Besonderheit: Am 20.09.2018 findet unter dem Motto
“sicher.mobil.leben” auch eine bundesweite Verkehrssicherheitsaktion
zum Thema “Ablenkung” statt.

“Ablenkung ist eine zunehmende und oft unterschätzte Gefahr im
Straßenverkehr und gerät bei der polizeilichen Unfallaufnahme
zunehmend als Unfallursache in den Fokus. Sie hat ein hohes
Dunkelfeld – das heißt, wir haben eine hohe Anzahl an Fällen, bei
denen es nicht statistisch erfassbar ist, wir aber Ablenkung als
Ursache annehmen”, erklärt Axel Behrends, bei der Landespolizei
zuständig für Verkehrssicherheitsarbeit. “Jeder zweite Autofahrer hat
in einer repräsentativen Befragung des Deutschen
Verkehrssicherheitsrates angegeben, durch Ablenkung schon einmal in
eine brenzlige Situation geraten zu sein”.

Die Landespolizei hat das Thema erkannt: Allein im Jahr 2017 hat
sie bei Kontrollen 12.790 Verstöße wegen verbotener Handynutzung
festgestellt (+11 % gegenüber 2016). Bei der letzten TISPOL-Kontrolle
im März 2018 wurden landesweit 1.222 Verstöße wegen verbotener
Handynutzung geahndet. Zudem soll auf Initiative von
Schleswig-Holstein die Unfallursache Ablenkung in das
bundeseinheitliche Ursachenverzeichnis aufgenommen werden.

“Wir setzen auf Kontrollen und die Sensibilisierung der Menschen
für die Risiken: Telefonieren und das Texten während der Fahrt ist
genauso gefährlich wie das Fahren mit 0,8 – 1 Promille Blutalkohol.
Wer bei 50 km/h für zwei Sekunden WhatsApp checkt, ist fast 30 Meter
im “Blindflug” unterwegs”, erklärt Behrends. “Das sind 30
lebensgefährliche Meter, die als Reaktions- und Bremsweg fehlen”.

Der Gesetzgeber hat den Sanktionsrahmen des § 23 Abs. 1a StVO über
Mobil- und Autotelefone hinausgehend auf elektronische Geräte der
Kommunikation, Information oder Organisation deutlich erweitert und
mit höheren Bußgeldern belegt.

“Die Gründe für Ablenkung im Straßenverkehr sind vielfältig und
alle potentiell gefährlich. Die Nutzung von Kommunikationsmitteln
während der Fahrt erhöht das Unfallrisiko um mindestens das
Vierfache. Man muss aber ganz deutlich sagen: Alle Tätigkeiten, die
physisch, psychisch oder emotional ablenken, führen zu
Verkehrsunfällen – auch bei Radfahrern und Fußgängern”, betont
Behrends.

Als Kombination mit dem verstärkten Blick auf Smartphones am
Steuer hat sich der zweite Kontrollschwerpunkt bewährt: die
Einhaltung der Gurtpflicht. Sicherheitsgurte retten Leben und die
Schwere der Unfallfolgen hängt oftmals davon ab, ob ein
Sicherheitsgurt angelegt war oder nicht.

“Wir haben im letzten Jahr weniger Verstöße gegen die Gurtpflicht
festgestellt: 20.233 Fahrerinnen und Fahrer waren nicht angeschnallt,
also 959 (-4,5%) weniger als im Vorjahr”, resümiert Behrends. “Ich
sehe aber keinen Grund hier nachzulassen. Im Gegenteil: Wir werden
insbesondere auf die ordnungsgemäße Sicherung von Kindern in
Kraftfahrzeugen achten. Der Anteil der Kinder, die als Mitfahrer in
Kraftfahrzeugen verletzt werden, zeigt im 10-Jahres-Vergleich zwar
eine abnehmende Tendenz, bewegt sich aber noch immer auf hohem Niveau
mit 208 Verunglückten im Jahr 2017.