Flensburg (ots) - Nach dem Tötungsdelikt in Flensburg vom 
Ostersonntag wurde gestern ein zweiter Beschuldigter in 
Untersuchungshaft genommen. Das Amtsgericht Flensburg hatte auf 
Antrag der Staatsanwaltschaft gegen ihn einen Haftbefehl erlassen, 
nachdem die weiteren intensiven Ermittlungen der Mordkommission in 
den vergangenen Wochen einen dringenden Tatverdacht wegen 
Mittäterschaft an dem Tötungsdelikt ergeben hatten.

   Vorausgegangen war eine leichte körperliche Auseinandersetzung 
zwischen dem 20-Jährigen und dem gleichaltrigen Opfer, die sich in 
der Nacht zu Ostersonntag vor einer Diskothek ereignet hatte. Einige 
Zeit später hatte der Beschuldigte gemeinsam mit einem an diesem 
Streit unbeteiligten Mann das spätere Opfer zu Hause aufgesucht. Der 
Begleiter, ebenfalls ein 20-jähriger Flensburger, soll dann 
unvermittelt auf das Opfer eingestochen haben. Beide Personen waren 
zunächst geflüchtet, hatten sich jedoch noch am Sonntagmorgen der 
Polizei gestellt. Der mutmaßliche Messerstecher befindet sich bereits
seit dem 17. April wegen Verdachts des Totschlags in 
Untersuchungshaft.

   Die weiteren Ermittlungsergebnisse ergaben Hinweise darauf, dass 
der zweite Beschuldigte von den Messerstichen seines Mittäters nicht 
überrascht war. Die Staatsanwaltschaft legt dem nunmehr verhafteten 
Beschuldigten daher zur Last, die Tötung des Opfers zumindest 
billigend in Kauf genommen zu haben.

   Zudem wurde im Rahmen der weiteren Ermittlungen aufgrund des 
Hinweises eines Zeugen am 16. Mai unter Beteiligung von 
Einsatzkräften der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung und der 
Bereitschaftspolizei aus Eutin mit Unterstützung der Straßenmeisterei
an der B 200 ein Messer gefunden, bei dem es sich um die Tatwaffe 
handeln könnte. Dieses wird derzeit seitens des Landeskriminalamts 
Schleswig-Holstein kriminaltechnisch untersucht.

   Die endgültige rechtliche Einordnung des Geschehens wird durch die
Staatsanwaltschaft Flensburg nach Vorlage sämtlicher 
Ermittlungsergebnisse vorgenommen.