Die Herstellung von Qualitätskompost aus Bioabfall wird für die schleswig-holsteinischen Abfallwirtschaftsbetriebe durch zu hohe Störstoffanteile zur Mammutaufgabe.
Die erstmalige landesweite Tonnenkontrollaktion in Schleswig-Holstein ist beendet. In
den vergangenen 10 Tagen wurden im verstärkte Kontrollen durchgeführt und falsch
befüllte Behälter stehen gelassen. Stichprobenartige Kontrollen sollen fortgesetzt
werden.
Obst- und Gemüsereste, verdorbene Lebensmittel, Rasenschnitt – all das landet im
Flensburg seit 1995 in der Biotonne. Leider landen auch immer mehr Störstoffe – allen
voran Plastiktüten – in der Biotonne. Um das Trennverhalten der Bürgerinnen und Bürger positiv zu beeinflussen, haben die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsbetriebe in
Schleswig-Holstein mit Unterstützung des Ministeriums für Umwelt- und Landwirtschaft
eine landesweite Tonnenkontrollaktion durchgeführt. Unter dem Motto „Mülltrennung
ist Klimaschutz: Schleswig-Holstein räumt auf in der Biotonne!“ wurden im ganzen Bundesland und so auch im Flensburg die Tonnendeckel hochgeklappt.
Tonnen, die nicht biologische Abfälle, wie zum Beispiel Plastik, Plastiktüten oder anderen Restmüll enthielten, wurden von den Müllwerkerinnen und Müllwerkern nicht geleert.
Insgesamt wurden in den vergangenen 10 Tagen etwa 11.000 Behälter kontrolliert. 8,
26 Prozent konnten nicht geleert werden; damit wurden pro Tag etwa 75 Biotonnen
stehen gelassen.
Das Technische Betriebszentrum Flensburg (TBZ) zieht ein positives Fazit. Das Feedback
aus der Bevölkerung war überwiegend positiv und verständnisvoll. „Insgesamt ist das
Trennverhalten der Bürgerinnen und Bürger erfreulich, leider gibt es aber immer wieder
Ausnahmen. Wir wollen das Trennverhalten positiv beeinflussen und mit den Stichprobenkontrollen aufklären, nicht bestrafen“, betont Thorsten Prüßmeier, Bereichsleiter
Abfallwirtschaft beim TBZ. Das Entsorgungsunternehmen ist auf das korrekte Trennverhalten der Bürgerinnen und Bürger angewiesen und wird die Tonnenkontrollen zu einem
späteren Zeitpunkt wiederholen. „Wir wollen weiter in den Küchen und Biotonnen positive Veränderungen bewirken. Denn nur aus sauberen Bioabfällen kann saubere Komposterde werden. Deshalb werden wir die Tonnenkontrollen weiterführen.“, betont
Heiko Ewen, Geschäftsführer des TBZ.